„Der Mensch ist dem Weltlauf gegenüber nicht ein müßiger Zuschauer, der innerhalb seines Geistes das bildlich wiederholt, was sich ohne sein Zutun im Kosmos vollzieht, sondern der tätige Mitschöpfer des Weltprozesses; und das Erkennen ist das vollendetste Glied im Organismus des Universums.“

– Rudolf Steiner

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Freitags-Gedanken am 14. Juni: Höhere Wahrnehmungsmöglichkeiten

Die meisten von euch haben sicher schon von den sieben Hauptchakren oder auch –chakras des Menschen gehört. Häufig werden sie im Zusammenhang mit ihrer angeblichen Funktion als Energiezentren erwähnt, die unsere feinstofflichen Körper mit dem physischen Körper verbinden. Sie werden als Räder beschrieben, die sich kontinuierlich drehen und nach vorne und hinten je einen Ausgang haben. Ausnahmen bilden das Wurzel- und das Scheitelchakra, die sich jeweils nur nach unten bzw. nach oben hin öffnen.

Weniger bekannt dagegen ist, dass es sich bei den Chakren  vor allem um Wahrnehmungsorgane handelt, die uns mit den höheren Welten verbinden können. Bei den meisten Menschen sind sie heute zwar latent veranlagt, jedoch noch nicht vollständig ausgebildet. Ähnlich wie in frühen Zeiten der Menschheitsevolution sich auch unsere physischen Wahrnehmungsorgane wie Augen und Ohren erst zu ihrer jetzigen Funktionsfähigkeit herausgebildet haben, so befinden sich heute die Chakren meist noch im Ruhezustand. Die weitere Entwicklung der Menschheit sieht vor, dass diese Organe nach und nach heranreifen und uns die sogenannten Hellwahrnehmungen ermöglichen werden. Diese umfassen die Sinne Hellsehen, Hellhören und Hellfühlen bzw. Hellwissen, in der Terminologie der Geisteswissenschaft als Imagination, Inspiration und Intuition bezeichnet.

Eine Schlüsselrolle spielen vor allem das Kehlkopfchakra, die 16-blättrige Lotosblume und das Herzchakra, die 12-blättlige Lotosblume. Jeweils die Hälfte der „Blütenblätter“ sind bereits vollständig in uns veranlagt. Wenn wir den Weg der bewussten Erkenntnis vorzeitig beschreiten möchten, müssen wir die übrigen acht bzw. sechs Blütenblätter aktiv, d. h. aus eigener Kraft heraus ausbilden.

Beim Kehlkopfchakra kommt es entscheidend darauf an, was wir denken. Hier greift die bedeutsame Erkenntnis, die der Buddha uns bereits vor etwa 2.500 Jahren hinterlassen hat:

Alles, was wir jetzt sind, ist das Resultat unserer Gedanken

Natürlich gilt dieses Wort auch auf unsere Zukunft bezogen, also alles, was wir in Zukunft sein werden, wird das Resultat unserer heutigen Gedanken sein. Der achtstufige Übungsweg des Buddha ist bestens geeignet, den Inhalt unserer Gedanken zu schulen. Dabei wird durch jede einzelne der Übungen eines der erwähnten acht Lotusblumenblätter unseres Kehlkopfchakras weiter entwickelt. Es geht darum, jene Seelenvorgänge, die wir im gewöhnlichen Leben oft unachtsam ausführen, mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit zu durchweben. Der achtfache Pfad des Buddha umfasst

  1. Die richtige Vorstellung, die richtige Einsicht – korrekte Meinung
  2. Der richtige Entschluss – bewusste Entscheidung
  3. Das richtige Sprechen – bewusstes Sprechen
  4. Die richtige Handlung – bewusste Handlung
  5. Die richtige Lebensführung – bewusste Lebensführung
  6. Die richtige Anstrengung – Einschätzung der eigenen Kräfte
  7. Die richtige Verinnerlichung – Lernen vom Leben
  8. Die richtige Innenschau – Bewusstwerdung des eigenen Tuns

Bei der Ausbildung der sechs unentwickelten Herzchakra-Blütenblätter geht es vor allem um das Wie unseres Denkens, darum, ein Herzdenken zu entwickeln, weg zu kommen von dem heute so verbreiteten toten, rein intellektualisierenden, ausschließlich sich an Strukturen orientierenden Denken hin zu einem lebendigen, beseelten und schließlich durchgeistigten Denken. Doch handelt es sich tatsächlich um Denken und nicht um Fühlen, denn Letzteres ist immer individuell und damit nicht von allgemeiner Gültigkeit. Unsere Gefühle werden durch Sympathien und Antipathien gesteuert und sind wenig geeignet, zu höheren objektiven Einsichten und schließlich Wahrnehmungen zu gelangen. Eine Ausnahme bildet da allerdings unser Wahrheitsgefühl. Es steht am Ende einer Kette von Denkvorgängen, die uns schließlich zu einem Punkt führt, an dem wir darüber entscheiden müssen, was wahr oder unwahr ist. Dieser untrügliche innere Kompass hängt interessanter Weise zusammen mit unserem logischen Denkvermögen und kann ebenfalls geschult und entwickelt werden. Meist merken wir im Laufe unseres Lebens, dass wir uns immer mehr und mehr darauf verlassen können.

Eine geniale Methode, die sechs bisher inaktiven Blütenblätter der zwölfblättrigen Lotusblume zu beleben, finden wir in den sechs sogenannten Nebenübungen von Rudolf Steiner. Sie mögen uns ganz einfach, ja fast selbstverständlich erscheinen und erfordern doch einiges an regelmäßiger disziplinierter Übung:

  1. Denkkontrollübung – fünf- bis zehnminütige Meditation über einen möglichst uninteressanten Gegenstand wie z. B. ein Streichholz
  2. Willensübung –eine regelmäßig auszuführende sinnlose Handlung zu einer bestimmten Uhrzeit, z. B. sich am Ohrläppchen ziehen
  3. Gelassenheitsübung – bewusstes Zurücktreten von einem starken Gefühl
  4. Positivitätsübung – bei der Betrachtung von negativ Empfundenem das Positive darin entdecken
  5. Unbefangenheitsübung – Offenheit gegenüber allen Ideen und Konzepten, so unsinnig sie auch zunächst erscheinen mögen
  6. Harmonieübung – Kombination der ersten fünf Übungen

Es wird empfohlen, diese Übungen nach und nach in unseren Alltag zu integrieren, indem wir jede Übung jeweils einen Monat lang möglichst täglich praktizieren. Bei regelmäßiger Durchführung dieser Übungen erlangen wir in jedem Fall mehr und mehr Kontrolle über unser Denken, Fühlen und Handeln. Wir lassen uns nicht mehr so schnell überwältigen von unseren oft in Endlosschleifen gefangenen Gedanken oder von übermächtigen Gefühlen in Beschlag nehmen. Im Bezug auf unseren Willen überwinden wir leichter die in vielen von uns angelegte Bequemlichkeit und entschließen uns zum angemessenen Handeln.

In der heutigen Zeit sind diese Wirkungen wichtiger denn je, denn wir werden überschwemmt mit Nachrichten, die geeignet sind, uns Angst einzujagen. Viele Menschen leiden unter Schlafstörungen, weil sie keinen Ausweg aus ihrem nächtlichen Gedankenkarussell finden. Durch die Übungen können wir wieder Herr über unsere Wesensglieder werden, denn sie sind da, um uns zu dienen, nicht um uns zu beherrschen. Wir lernen auch, der Manipulation unserer Gedanken, unserer Gefühle und unserer Willenskraft zu widerstehen, der wir permanent auf oft subtile Weise ausgesetzt sind. Ein klares, folgerichtiges , vorurteilsfreies und vor allem lebendiges Denken, eine zunehmende Gefühlstiefe und die Fähigkeit zu angemessenem, bedachten Handeln wird der Lohn für unsere tägliche kleine Anstrengung sein; denn nicht nur unsere physischen Muskeln bedürfen eines regelmäßigen Trainings, um stark zu werden.

Wenn wir die Dinge ohne Erwartungen und mit Demut angehen, kann es sein, dass uns zusätzlich das Geschenk der Hellwahrnehmung zuteil wird. Das kommt meist plötzlich und unerwartet und es kommt dann, wenn die Zeit dafür reif ist.

Näheres über die sechs Nebenübungen und den gesamten spirituellen Schulungsweg erfahrt ihr in den Werken von Rudolf Steiner Die Nebenübungen. Sechs Schritte zur Selbsterziehung (kleines Büchlein) sowie in den Werken: Theosophie, Geheimwissenschaft im Umriss und Wie erlangt man Kenntnis über die höheren Welten.

 

Freitags-Gedanken am 31. Mai: Der Dreiklang des Lebens

Das Prinzip unseres Lebens ist die Dreiheit. Das beginnt bei unserem menschlichen Organismus, der aus drei Wesensgliedern besteht: Denken – Fühlen – Wollen oder auch in der üblich genannten Reihenfolge Körper – Seele – Geist. Über die historischen und aktuellen Angriffe auf diese organische Dreiheit habe ich an anderer Stelle ausführlich hingewiesen. Doch auch wenn wir zunächst nur den kleinsten gemeinsamen Nenner unserer Existenz, unseren Körper betrachten, begegnen wir der Dreiheit in Gestalt der drei Organkreise: Nerven/Gehirn – Rhythmische Systeme (Herz, Lunge) – Verdauungs-, Fortpflanzungssysteme, Gliedmaßen.

Ebenso ist unser menschliches Zusammenleben in der Gesellschaft durch die Dreiheit gekennzeichnet. Hierbei handelt es sich natürlicherweise ebenfalls um einen Organismus, bestehend aus den Gliedern Geistesleben – Rechtsleben – Wirtschaftsleben. Wir kennen die Ideale der Französischen Revolution Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit, die an ihrer Gültigkeit bis heute nichts verloren haben. Zwar werden sie nach wie vor von Politikern ab und zu ins Feld geführt, doch hapert es allzu häufig an der passenden Zuordnung.

Würden wir die Freiheit auf das Rechts- oder Wirtschaftsleben beziehen, provozierten wir Zustände von Anarchie und Neoliberalismus, die mit Willkür und der hemmungslosen Ausbeutung der Bevölkerung einher gingen. Versuchten wir die Gleichheit im Geistesleben zu verwirklichen, würde das eine freie Entfaltung des Individuums verhindern. Dies können wir bereits heute in unseren Staatsschulen und Universitäten erleben, wo Individualität nur noch selten gefördert wird. Die freie Meinungsäußerung gegenüber allen gesellschaftsrelevanten Themen ist bereits heute weitgehend der Gleichheit zum Opfer gefallen. Wenn wir von dieser allgemein öffentlich anerkannten Meinung abweichen, stoßen wir nicht selten auf Hass und müssen mit öffentlicher Diffamierung rechnen. Und schließlich sollte sich die Brüderlichkeit vor allem auf das Wirtschaftsleben beziehen, wo es darum gehen müsste, die vorhandenen Ressourcen möglichst gerecht zu verteilen. Jeder sieht unmittelbar ein, dass der heute vorherrschende Raubtierkapitalismus weiter von diesem Ideal entfernt ist, als je zuvor. Das Rechtssystem muss für jedermann verlässlich sein, das heißt alle Menschen müssen in dieser Hinsicht gleich behandelt werden. In § 3, Artikel 3 heißt es eindeutig:

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Doch gilt es in der Praxis wirklich für alle aufgezählten Aspekte in gleicher Weise? Zurzeit können wir den Eindruck gewinnen, dass die politische Anschauung dabei ziemlich ins Hintertreffen gerät. Und was ist eine solche nationale Verfassung in einem zentralisierten Europa und angesichts einer angestrebten einheitlichen Weltordnung überhaupt noch wert? Wo schert man sich noch um die Würde des Menschen, die die Väter unseres Grundgesetzes für unantastbar hielten?

Die Lösung liegt in der sozialen Dreigliederung der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft nach Rudolf Steiner, der sie kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs als Heilmittel in die politischen Entscheidungsgremien einzubringen versuchte.

Der soziale Organismus, der den zentral verwalteten Einheitsstaat ablöst, soll analog des dreigliedrigen menschlichen Organismus aus dem lebendigen Zusammenwirken der drei selbstständigen Glieder des Wirtschafts-, Rechts- und Geistesleben entstehen. Das Wirtschaftsleben ist dabei vergleichbar dem Nerven-Sinnessystem, das Rechtsleben dem Rhythmischen System und das Geistesleben dem Stoffwechselsystem (Rudolf Steiner, GA 197)

Bekanntermaßen scheiterte Steiners Vorhaben mit den verheerenden Folgen eines ersten Weltkrieges mit Millionen von Toten weltweit. Wird es uns heute gelingen, eine erneute Eskalation der Weltlage zu verhindern? Die Umsetzung der sozialen Dreigliederung wäre ein Schlüssel zum Erfolg.

Das Prinzip der Dreigliederung erstreckt sich nicht nur auf die uns bekannte physische, sondern ebenso auf die geistige Welt. In uns wirken drei mächtige Kräfte: der Jesus Christus in uns, unser I.Ch, entspricht der mittleren ausgleichenden Kraft. Die beiden Widersachermächte, Luzifer und Ahriman versuchen uns beständig aus unserem Gleichgewicht heraus zu bringen und auf ihre Seite zu ziehen. Ahriman, auch Satan oder der Vater der Lüge genannt, versucht uns an die Materie zu fesseln. Machtstreben, Geldwesen, Technisierung und Digitalisierung machen seine Machtsphäre aus. Auf der anderen Seite stehen die Luziferischen Kräfte, die uns mit Illusion und Wunschbildern von der Erde wegzulocken suchen. Je mehr wir den Christus in unserem Inneren stärken, umso besser können wir den beiden Kräften widerstehen. Eine sehr hilfreiche Unterstützung hierfür bieten übrigens die farbigen Aura-Soma-Körperöle. Auch in ihnen schlummert das Dreier-Prinzip. Die obere Farbfraktion ist Ausdruck des Bewussten, die untere des Unbewussten. Vor der Anwendung der mit Mineral- und Pflanzeninformationen angereicherten Öle verschütteln wir beide Farbfraktionen und es entsteht eine dritte Farbe, etwas, das aus den anderen beiden hervorgeht und doch eine völlig neue Qualität in die Welt bringt. Die Substanzen wirken über unser Drüsensystem auf die Chakren, die sie mit den entsprechenden Lichtqualitäten versorgen und damit unsere übersinnlichen Wahrnehmungsorgane anregen.

Die kosmischen Kräfte, mit denen wir Menschen zusammenwirken, unterliegen ebenfalls dem Dreierprinzip. Diese göttlich-geistigen Kräfte, im traditionellen Christentum als Engelchöre, im neuen, spirituellen Christentum als Hierarchien bezeichnet, treten uns in Gestalt dreier Dreiergruppen von Wesenheiten entgegen. Zur ersten Hierarchie gehören die Throne (Geister des Willens), die Cherubim (Geister der Harmonie) und die Seraphim (Geister der Liebe). Diese hohen Wesenheiten stehen der dreifaltigen Gottheit (Vater – Sohn – Heiliger Geist) am nächsten und wirken im unmittelbaren Angesicht dieser Gottheit. Auf der zweiten Hierarchiestufe wirken unsere Schöpfergötter, die Elohim (Geister der Form), die Dynamis (Geister der Bewegung) und die Kyriotetes (Geister der Weisheit). Die dritte Hierarchie schließlich steht uns Menschen am nächsten, es sind unsere Engel, die Erzengel (Feuergeister, Volksgeister) und die Archai (Archetypen, Zeitgeister). Sie alle wirken zu unserem Wohle und stehen in Wechselbeziehung zu unserem irdischen Wirken. Sie nehmen unser Denken, Fühlen und Wollen in sich auf und bringen es ein in das kosmische Gesamtgeschehen. Das bedeutet im Klartext, dass wir für den kosmischen Organismus mitverantwortlich sind, ob wir uns nun dessen nun bewusst sind oder nicht. Auch auf dieser hohen Ebene funktioniert das Zusammenwirken tatsächlich so wie unser menschlicher Organismus im Kleinen. Nicht umsonst sprechen wir also von Mikro- und vom Makrokosmos. Welch ein großartiges Mysterium!

Tatsächlich beruht also alle Schöpfung auf dem Dreierprinzip, ja ist zunächst durchwebt mit lauter Dreiheiten. Spiegeln wir die Drei an einem vierten Element, so bekommen wir auf der anderen Seite der Vier eine Wiederholung der ersten drei Elemente, jedoch verwandelt in  eine höhere Ebene hinein. Das ist das Wesen der heiligen Sieben, die wiederum die Grundlage für unseren gesamten Weltenplan sowie für die vergangene und künftige Evolution der Menschheit und anderer Wesen bildet.

Einen krassen Gegensatz zu diesen kosmischen Gesetzmäßigkeiten bildet unsere mit Dualität durchtränkte Alltagswelt. In allen Bereichen tritt das Dreierprinzip in den Hintergrund zugunsten des Zweierprinzips. Auf Schritt und Tritt begegnet uns das Entweder-Oder: Bist du nicht links – bist du rechts, bist du nicht für die Guten – bist du für die Bösen, kommst du in den Himmel zu Gott – oder in die Hölle zum Teufel. Besonders Letzeres stellt eine der schwerwiegendsten Manipulationen und Irreführungen der Menschheit dar, denn es gibt ihn nicht, diesen Teufel als Gegenspieler Gottes. Wie oben ausgeführt gibt es zwei Widersacherkräfte (Luzifer und Ahriman), die jedoch keineswegs auf der Stufe Gottes stehen. Ja, es sind mächtige Wesenheiten, doch sie agieren im Auftrag Gottes. Ihre Aufgabe ist es, uns herauszufordern, damit wir uns aus freiem Willen für das Göttliche entscheiden können, zugegebenermaßen ein gewagtes Experiment, denn wir können uns eben auch anders entscheiden. Wenn wir ehrlich sind, gestaltet es sich in der Praxis oft außerordentlich schwierig, uns nicht auf eine der beiden Seiten, die uns da ständig angeboten werden, einzulassen, sondern dieser Versuchung  standhaft zu widerstehen.

Darin, dass wir diese Fähigkeit erlernen und im Laufe unseres Lebens immer weiter perfektionieren, besteht eine unserer hervorragendsten Lebensaufgaben. Das ist keine bequeme Angelegenheit, sondern bedeutet Anstrengung und – auch, wenn es viele nicht gerne hören – tatsächlich Arbeit.

Packen wir’s an 😉

Freitags-Gedanken am 24. Mai: Karma – die kosmische Gerechtigkeit

Das Gesetz des Karma ist gleichbedeutend mit dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Was wir säen, das werden wir ernten, dieser Grundsatz scheint unausweichlich. Innerhalb eines Erdenlebens funktioniert das in der Regel nicht immer so gut. Wenn wir uns umschauen in der Welt, so erleben wir durchaus Menschen, die viel Böses säen und dennoch ein von Ungemach unbehelligtes Leben führen. Ebenso ist es umgekehrt: liebe, freundliche und wohlwollende Menschen erleben eine Pechsträhne nach der anderen. Das Gesetz des Karma ist also unabdingbar verknüpft mit wiederholten Erdenleben, dem, was wir als Wiedergeburt oder Reinkarnation bezeichnen, so dass sich der gerechte Ausgleich für unsere Taten über mehrere Leben erstrecken kann. Dies wiederum setzt ein Leben nach dem Tod ebenso wie die Präexistenz der Seele vor unserer physischen Geburt voraus, kurz ein Weiterleben zwischen Tod und einer neuen Geburt.

Der Glaube an die Wiedergeburt des menschlichen Individuums ist auf der Welt sehr verbreitet und taucht in allen Kulturkreisen auf. Als Präexistenzlehre war er ebenfalls Bestandteil des frühen Christentums, bis die katholische Kirche ihn auf dem zweiten Konzil von Konstantinopel im Jahre 553 verbot und als Häresie unter Strafe stellte. Seither gibt es nach christlicher Kirchenlehre keine Wiedergeburt der Seele in einen physischen Körper mehr und demzufolge auch kein Karma. Stattdessen warten die Gläubigen auf das sogenannte Jüngste Gericht, an dem Gott uns für unsere Taten in diesem einen Erdenleben belohnt oder bestraft. Ist das nicht eine ziemlich unangenehme Vorstellung, dass wir nach unserem Übergang in die geistige Welt keine Chance mehr haben sollten, das durch uns verursachte Unrecht wieder gut zu machen?

Nach Ansicht des neuen, spirituellen Christentums ist Karma nichts, was uns von einer äußeren Autorität aufoktroyiert würde. Vielmehr entwickeln wir im Leben zwischen sogenanntem Tod und neuer Geburt selbst den brennenden Wunsch, einen Ausgleich für unsere Eigenarten und Taten zu schaffen. In der geistigen Welt arbeiten wir mit verschiedenartigen Engelwesen zusammen, die unser Denken, Fühlen und Handeln aus unserem Erdenleben bewerten. Mit ihnen zusammen erarbeiten wir unser neues Schicksal für das kommende Erdenleben. Rudolf Steiner hat durch seine Forschungen in der Akasha-Chronik, dem großen Weltengedächtnis, eindeutige Zusammenhänge zwischen bestimmten Eigenschaften und Verhaltensweisen in aufeinanderfolgenden Inkarnationen einzelner Individuen erkannt.

So ist es seiner Erkenntnis nach ein gravierender Unterschied, ob wir eine Handlung aus Liebe oder lediglich aus Pflichtgefühl heraus begehen. Im ersteren Fall erleben wir im darauffolgenden Leben viel Freude und entwickeln in der zweiten Folgeinkarnation tiefes Verständnis für unsere Mitmenschen sowie ein offenes Herz. Im Falle des „nur“ pflichtbewussten Handelns erleben wir im nächsten Leben die Gleichgültigkeit anderer Menschen der eigenen Person gegenüber und schließlich, in der übernächsten Wiederverkörperung, eine allgemeine Interessenlosigkeit. Wir hätten keine besonderen Begabungen und wüssten nichts rechtes mit uns anzufangen. Es kommt also nicht nur darauf an, was wir tun, sondern auch darauf, wie und warum wir etwas tun. Entwickeln wir gar Hass gegenüber einer anderen Person, der diese schädigt, so sei die Folge Leid, das von außen kommt und schließlich eine Art Stumpfheit dem Leben und unseren Mitmenschen gegenüber, man könnte sagen: Dummheit und Teilnahmslosigkeit.  Vor diesem Hintergrund fällt noch einmal ein ganz neues Licht auf all den vielen Hass, der heute geschürt wird und der dazu führt, dass unter denen, die sich daran beteiligen,  jeder gegen jeden zumindest auf verbaler Ebene kämpft. Wozu mag dieser Hass wohl in den nächsten Inkarnationen führen? Offensichtlich treffen sich dieselben Individualitäten von Leben zu Leben immer wieder, so dass dort gegenseitige Wiedergutmachung geschehen kann und muss.

Nun könnte man meinen, Karma sei ein unverrückbar auf uns zukommendes Schicksal, dem wir nicht entrinnen können, das uns also unfrei macht. Doch dem ist nicht so. Wir selbst sind es ja, die in früheren Leben unser jetziges Karma verursacht haben. Wir selbst planen unser nächstes Leben aus der geistigen Welt heraus, sobald wir den Entschluss für ein weiteres Erdenleben gefasst haben. Wir selbst sind es auch, die sich diejenigen Bedingungen suchen, die am besten geeignet scheinen, unseren Plan auf der Erde zu verwirklichen. In uns entsteht der dringende Wunsch, das auszugleichen, was wir früher verursacht haben. Das betrifft bereits die Suche nach einem geeigneten Elternpaar und durchzieht unser gesamtes weiteres Leben. Auch wenn diese Bedingungen aus irdischer Sicht schwierig und unangenehm sein sollten, so haben wir uns genau diese Herausforderung selbst erschaffen. Dies betrifft zumindest den Rahmen, das Haus, das nach unseren Plänen gebaut wurde, wie wir es dann einrichten, ist uns frei gestellt. Das heißt im Klartext, es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit unserem uns selbst auferlegten Schicksal umzugehen.

Das fatale ist, dass wir das nach unserer Geburt in der Regel wieder vergessen und aus Erdensicht unter den jeweiligen Umständen leiden. Doch Leid führt zur Erkenntnis. Es ist eine Begleiterscheinung der höheren Entwicklung. Im Nachhinein sagen wir uns nicht selten: Ich bin dankbar für alle Freude, die ich erleben durfte, doch wenn ich vor die Wahl gestellt werde, ob ich meine Freuden oder meine Leiden behalten will, so werde ich die Leiden behalten wollen; ich kann sie nicht entbehren zur Erkenntnis. Jedes Leiden stellt sich nach einer gewissen Zeit so dar, dass man es nicht entbehren kann, denn wir haben es als etwas in der Entwicklung enthaltenes aufzufassen. Es gibt keine Entwicklung ohne Leiden so wie es kein Dreieck ohne Winkel gibt. (Rudolf Steiner)

Trotzdem sind wir natürlich gefordert, unsere Mitmenschen nicht in ihrem Leid zu belassen, sondern sie nach unseren Möglichkeiten zu unterstützen und ihnen aus misslichen Lebenslagen so gut wir können herauszuhelfen. Das ist absolut selbstverständlich. Jeder von uns hat in früheren Inkarnationen Fehler begangen und wir tun es auch heute noch. Es steht uns also nicht zu, andere zu richten. Christus meint: Richtet nicht, dass auch ihr nicht gerichtet werdet. Das ist eine eindeutige und allgemein anerkannte Aussage.

Immer mehr Menschen haben heute Einblicke in frühere Erdenexistenzen. Einige sehen in bestimmten Situationen klare Bilder vor sich, die auf frühere Leben hindeuten, andere fühlen sich nach bestimmten Landschaften oder Ländern hingezogen, in denen sie früher einmal zu Hause waren und wieder andere kennen sich bestens in einer eigentlich fremden Stadt aus, ohne dass sie zu ihren jetzigen Lebzeiten je dort gewesen wären. Es gibt sogar Menschen, die plötzlich eine andere Sprache sprechen, die sie niemals gelernt haben. All dies deutet darauf hin, dass sich der normalerweise vorhandene Schleier durchaus auch lichten und die Erinnerungen frei legen kann. Reinkarnationstherapeuten versuchen da nachzuhelfen, indem sie Klienten in Trance-ähnliche Zustände versetzen und ihnen gezielte Fragen stellen. Doch sollten wir derartige Sitzungen nicht aus reiner Neugier besuchen. Es sollte schon von therapeutischer Relevanz sein.

Unser Schutzengel begleitet uns durch alle unsere Inkarnationen hindurch und verfügt über einen umfassenden Überblick über unsere Individualität. Wenn wir einen guten Draht zu ihm haben, können wir ihn durchaus einmal um Enthüllung bitten. Er wird verantwortungsvoll mit diesem Anliegen umgehen, darauf können wir uns verlassen.

Die Angaben über die Zeitspanne zwischen Tod und einem neuen Leben differieren. Die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft geht von mehreren Jahrhunderten aus. Der Mensch müsse stark veränderte Bedingungen auf der Erde vorfinden, damit er völlig neue Erfahrungen im Zusammenwirken mit anderen Seelen machen könne. Diese erlebt er dann pro Zeitalter in der Regel einmal aus Sicht einer Frau und einmal aus Sicht eines Mannes. Von dieser Regel gibt es jedoch wohl durchaus auch Ausnahmen. Der Zeitraum, in dem Inkarnationen auf der Erde  überhaupt noch möglich sind, ist nicht unbegrenzt. In einigen Tausend Jahren wird die Erde in ihrer heutigen Form vergehen. Bis dahin müssen wir eine Möglichkeit gefunden haben, unser Karma abzuarbeiten, um den nächsten Evolutionsschritt mit unserem Heimatplaneten gemeinsam vollziehen zu können.

Nutzen wir die uns zur Verfügung stehende Zeit also gut und machen uns am besten sofort auf die Suche nach der Wahrheit, auf dass sie uns frei mache und zur Liebe führe. Ich bin gespannt, was uns auf diesem Weg noch so alles widerfahren mag und wünsche mir, dass wir uns alle auf der neuen Erde wiedersehen.

Freitags-Gedanken am 17. Mai: Von Vordenkern und Querdenkern

Mehr denn je brauchen wir diese wertvollen Menschen, die nicht das nachplappern, was die öffentliche Meinung uns als Wahrheit zu verkaufen sucht. Aus ihrer einzigartigen Fachkompetenz heraus machen sie auf bestimmten Gebieten der Wissenschaft oder der Gesellschaft auf Irrtümer und Lügen aufmerksam. Dabei scheuen sie sich nicht davor, die Konsequenzen zu tragen, die sich in der Regel in Form von öffentlichen Angriffen und Diffamierungen äußert, manchmal sogar in Form von Bedrohung an Leib und Leben.

Da sei an den Journalisten Dr. Udo Ulfkotte erinnert, der am 13. Januar 2017 eines plötzlichen und bis heute ungeklärten Todes starb. In seinem im Jahr 2014 erschienenen Buch Gekaufte Journalisten machte er darauf aufmerksam, wie schwer es ihm und seinen Berufskollegen gemacht wurde und wird, die Wahrheit über die wahren politischen Zusammenhänge und Hintergründe verschiedenster Ereignisse zu berichten. In einem kurzen Interview schildert er diese Tatsache anhand eines speziellen Falls der Berichterstattung der bekannten Tageszeitung FAZ, bei der er langjähriger Mitarbeiter war: https://www.youtube.com/watch?v=3QgPwq0AUSw. Wen sollte es wundern, dass wir unter dem Eintrag Udo Ulfkotte in Wikipedia die Worte rechtspopulistisch, islamfeindlich und verschwörungstheoretische Positionen finden? Schließlich sind das die inzwischen üblichen Attribute, mit denen man unbequeme Zeitgenossen mit Hang zur Wahrheitsfindung belegt.

Dagegen klingt die Einstufung des Schweizer Historikers und Friedensforschers Dr. Daniele Ganser durch Wikipedia ja fast schon wohlwollend:  Er greift Verschwörungstheorien insbesondere zum 11. September 2001 auf und stellt sie als von Wissenschaftlern noch zu prüfende Erklärungsansätze dar. Daniele Gansers Hauptforschungsgebiet sind u. a. die weltweit seiner Meinung nach zahlreichen illegalen Kriege. Auch mit ihm gibt es ein sehenswertes aktuelles Interview: https://www.youtube.com/watch?v=12-JCSD5QBs

Einen weniger großen Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit genießt der Konstanzer Molekularbiologe Stefan Lanker, der in Wikipedia als Vertreter verschiedener wissenschaftlich widerlegter Positionen und als Impfgegner betitelt wird. Stefan Lanker hatte 2011 einen Preis über 100.000 Euro ausgeschrieben für denjenigen, der den Nachweis für die Existenz eines Masernvirus erbringen könnte. Es hat zwar einen Anwärter für diesen Preis gegeben, jedoch  wurde durch Urteil des OLG Stuttgart in einem Widerrufungsverfahren entschieden, dass Stefan Lanka das Preisgeld nicht auszahlen musste. Unabhängig davon, ob es nun Masernviren gibt oder nicht (was ich natürlich als medizinischer Laie nicht zu beurteilen vermag), finde ich Lankers Idee mit dem Preisgeld innovativ. Letztendlich hat sie doch zu einer gewissen Wahrnehmung einer vom Mainstream abweichenden Sichtweise in der Öffentlichkeit geführt. In einer Zeit, wo Medien-Größen wie Dieter Bohlen Werbung für Masernimpfungen machen, finde ich es wichtig, dass die einseitige Berichterstattung für die Impfungen und neuerdings sogar für die Impfpflicht auch mal durch die zahlreich vorhandenen, jedoch häufig nicht wahrgenommenen kritischen Sichtweisen ergänzt wird.

Ich als Statistikerin kann als Denkanstoß nur das Folgende beitragen: Jährlich sterben nach Aussage des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 3 bis 7 Personen an Masern, wie viele an den Folgen der Impfungen evtl. sterben ist nicht bekannt oder wird zumindest nicht von öffentlichen Stellen veröffentlicht. Auf der Seite des Zentrums für Gesundheit findet man immerhin den Hinweis auf die Folgen der Impfung gegen Schweinegrippe bei immerhin mehreren Hundert Menschen. Dies sei die Erkrankung an der unheilbaren Schlafkrankheit (Narkolepsie) https://www.zentrum-der-gesundheit.de/news/impfung-gegen-schweinegrippe-fordert-opfer-15000055.html

Mehrfachimpfungen bei Säuglingen stehen zudem im Verdacht, das Immunsystem zu schwächen und damit die lebenslange Anfälligkeit gegenüber allen möglichen Krankheiten zu fördern, speziell der Masernimpfung wird nachgesagt, Autismus zu fördern. Noch viel schlimmer ist aber eine andere Folge, die in unserer ach so aufgeklärten Welt nicht beweisbar ist und auch überhaupt nicht zur Kenntnis genommen wird: Inhaltsstoffe wie Quecksilber, Aluminiumsalze, Formaldehyd sowie – man höre und staune – Krebszellen sind dazu geeignet, uns und vor allem unseren Kindern den Zugang zur geistigen Welt zu verbauen.

Diese drei Beispiele von Menschen, die mutig für ihre Meinung einstehen, mögen an dieser Stelle genügen. Die Liste wäre beliebig erweiterbar. Bei aller Anerkennung sei doch vermerkt, dass den genannten Personen ein wichtiges Element fehlt. Sie betrachten zwar die Hintergründe der Geschehnisse, nicht aber die Untergründe, sprich die eigentlich geistige Dimension, die Ursachen, die noch hinter den Hintergründen wirken. Axel Burkart vergleicht diese drei Ebenen immer mit dem Pilzwachstum. Die sichtbaren überirdisch wachsenden Champignons stellen das dar, was uns in den Nachrichten und Zeitungen als äußere Ereignisse präsentiert wird, das unterirdische Netzwerk, die Mycelien, entspricht den machtpolitischen Hintergründen und der Mutterboden auf dem das Ganze gedeiht entspricht den geistigen Untergründen. Ein anschauliches Bild!

Diese Untergründe betrachtete Dr. Rudolf Steiner (1861 bis 1925) wie ich es sonst noch von niemandem gehört habe. Außer seinem klaren Verstand und seinem unglaublichen Wissen verfügte er über eine Fähigkeit, die nur wenige besitzen: er konnte in die Akasha-Chronik, in das gewaltige Gedächtnis der geistigen Welt hineinschauen. Diese Kombination aus irdischem Scharfsinn und außergewöhnlichen hellseherischen Fähigkeiten ermöglichte ihm eine geistige Forschung wissenschaftlicher Ausprägung, wie es sie bis dahin noch nicht gegeben hatte. Mit gefühlsbetonter Mystik oder medialer Arbeit wie wir sie in der heutigen Esoterik öfter antreffen, hat dies nichts zu tun. Vielmehr handelte es sich um wirklich wissenschaftliche Forschung auf der Grundlage einer ausgeprägten Hellsichtigkeit eines hohen Eingeweihten. Seine Forschungen betrafen die Vergangenheit, damalige Gegenwart und Zukunft und sie bezogen sich auf die große kosmische Weltenentwicklung ebenso wie auf alle gesellschaftlich relevanten Bereiche unseres menschlichen Zusammenlebens. Interessant, einmal nachzuschauen, was er zu den oben angesprochenen Themen vor etwa 100 Jahren zu sagen hatte.

Rudolf Steiner zur freien Meinungsäußerung (GA 167)

Der größere Teil der Menschheit wird seinen Einfluß von Amerika, von dem Westen herüber haben, und der geht einer anderen Entwickelung entgegen. Der geht jener Entwickelung entgegen, die heute sich erst in den idealistischen Spuren, gegenüber dem, was da kommt, in sympathischen Anfängen zeigt. Man kann sagen: Die Gegenwart hat es noch recht gut gegenüber dem, was da kommen wird, wenn die westliche Entwickelung immer mehr und mehr ihre Blüten treibt. Es wird gar nicht lange dauern, wenn man das Jahr 2000 geschrieben haben wird, da wird nicht ein direktes, aber eine Art von Verbot für alles Denken von Amerika ausgehen, ein Gesetz, welches den Zweck haben wird, alles individuelle Denken zu unterdrücken. Auf der einen Seite ist ein Anfang dazu gegeben in dem, was heute die rein materialistische Medizin macht, wo ja auch nicht mehr die Seele wirken darf, wo nur auf Grundlage des äußeren Experiments der Mensch wie eine Maschine behandelt wird.

Rudolf Steiner zu Krieg und Frieden (GA 167, während des 1. Weltkrieges 1916)

Dasjenige, was ein ewiges Friedensideal ist, das wird niemals durch ein Tröpfchen Blut erreicht, das hervorgerufen worden ist durch ein Kriegsinstrument. Das muss auf ganz andere Weise in die Welt gesetzt werden! Und sei es wer immer, der da sagt, er kämpfe für den Frieden und müsse deshalb Krieg führen, Krieg bis zur Vernichtung des Gegners, um Frieden zu haben, der lügt, wenn er sich dessen auch nicht bewusst ist, wer er auch immer sein möge.

Rudolf Steiner über das Impfen (GA 314)

Sehen Sie, wenn man jemand impft, und man hat den Betreffenden als Anthroposophen und erzieht ihn anthroposophisch, so schadet es nichts. Es schadet nur denjenigen, die mit vorzugsweise materialistischen Gedanken heranwachsen. Da wird das Impfen zu einer Art ahrimanischer Kraft; der Mensch kann sich nicht mehr erheben aus einem gewissen materialistischen Fühlen. Und das ist doch eigentlich das Bedenkliche an der Pockenimpfung, daß die Menschen geradezu mit einem Phantom durchkleidet werden. Der Mensch hat ein Phantom, das ihn verhindert, die seelischen Entitäten so weit loszukriegen vom physischen Organismus wie im normalen Bewußtsein. Er wird konstitutionell materialistisch, er kann sich nicht mehr erheben zum Geistigen. Das ist das Bedenkliche bei der Impfung.

Klingt das nicht alles ausgesprochen zeitgemäß? Für mich stellt anthroposophische Bildung eine gute Grundlage auch für das tiefere Verständnis heutiger Ereignisse dar. Gerne ergänze ich diese Sichtweise durch diejenige heute lebender Experten, die sich fundiert zu den Hintergründen des Weltgeschehens und bestimmter Entwicklungen äußern können. Auf die Mainstream-Medien werfe ich hin und wieder einen kurzen Blick, um abschätzen zu können, was der Konsument dieser Quellen so glauben soll.

Wenn wir uns über dies und jenes unsere Meinung bilden, spielt das Vertrauen, das wir bestimmten Persönlichkeiten und dem, was sie zu sagen haben entgegenbringen eine entscheidende Rolle. Denn wer kann schon von sich behaupten, selbst hinter alle Zusammenhänge zu blicken? Gut also, dass es Quer- und Vordenker gab und gibt! Natürlich können auch sie irren und so sollten wir uns unsere Offenheit bewahren, um unsere Meinung bei Bedarf auch wieder revidieren können.

Freitags-Gedanken am 10. Mai: Paradigmenwechsel im Bildungswesen

Color kids hands art background

Es hat den Anschein, als sollten unsere Kinder heute vor allem zu funktionierenden Mitgliedern der Gesellschaft erzogen werden. In erster Linie geht es darum, dass sie darauf vorbereitet werden, in einer immer unerbittlicher werdenden kalten und  technikorientierten Welt bestehen zu lernen. Wer sich in auffälliger Weise  dagegen sträubt, bekommt leicht den Stempel ADS oder ADHS aufgedrückt, wird kurzerhand für krank erklärt, teilweise gar mit Hilfe von Medikamenten (Ritalin), ruhiggestellt und zum Normverhalten zurückgeführt. Danach kann der von oben verordnete Unterricht ungestört fortgesetzt werden. Der Ursprung der Richtlinien für diesen Unterricht sind übrigens nicht, wie Wohlmeinende glauben, die Kultusministerien unserer Bundesländer, sondern diese werden von dem von der UNO ausgegebenen Welt-Kenlehrplan, dem sogenannten World Core Curriculum for Education, vorgegeben. Dieser enthält weltweit gleiche Bildungsinhalte und Bildungsziele, weitgehend unabhängig von der jeweiligen Kultur, in der die Schüler heranwachsen.

Die sonst so vielbeschworene Vielfalt dürfte dabei wohl auf der Strecke bleiben. Derart zentral vorgegebene Ziele und Inhalte können der Entfaltung freier und selbstbestimmter menschlicher Individuen in keinster Weise gerecht werden, ja sie sind geradezu dazu angetan, die Entwicklung zu einem solchen zu be- und ggf. sogar zu verhindern. Wir können im Übrigen sicher sein, dass die Lehrplan-Inhalte einseitig im Sinne der angestrebten Weltordnung ausfallen, die von denen, die da heranwachsen sollen, dann sicher nicht mehr hinterfragt werden wird. Was wir in der Schule lernen, macht einen tiefen Eindruck auf uns und wird ab einem gewissen Alter weniger angezweifelt als die Informationen, die von unseren Eltern kommen. Aus den genannten Gründen scheint ein Paradigmenwechsel  dringend angesagt.

Unsere Kinder werden die Verursacher und Träger unserer zukünftigen Wirklichkeit. Wir müssen uns daher überlegen, wie diese Welt aussehen sollte? Soll sie weiterhin und in noch zunehmendem Maße einseitig materiell geprägt sein, durch weiter zunehmende Digitalisierung und Technisierung entmenschlicht werden oder wünschen wir uns eine Wirklichkeit, in der auch wieder Kunst, Kultur und vor allem die Durchdringung mit Herzenswärme ihren Platz haben? Sollen unsere Kinder nicht vielmehr zu fühlenden, empfindenden Wesen werden, die voller Tatendrang und Kreativität an der Gestaltung einer neuen lebenswerten Welt mitwirken wollen? In einer Welt, in der auch das zwischenmenschliche Füreinander, die Liebe, wieder Einzug halten kann?

Derjenige, für den diese Werte noch eine Bedeutung haben, befürwortet ein Bildungswesen, das diese fördert statt sie unterdrückt. Es darf nicht abhängig sein von den bisherigen, die Gesellschaft tragenden Institutionen, sondern es muss ein freies Bildungswesen werden. Die freie Entfaltung des individuellen Menschen muss darin absoluten Vorrang haben vor der Vermittlung von vermeintlichem Wissen. Das sogenannte Wissen ändert sich heute in rasantem Tempo. Täglich ereilen uns neue Meldungen über wissenschaftliche Erkenntnisse aus allen nur denkbaren Bereichen. Über allgemeine Bildungsinstitutionen kann ohnehin nur ein verschwindend geringer Teil dessen vermitteln werden und selbst dieser kann morgen schon wieder überholt sein.

Ziel unserer Bildungseinrichtungen sollte es also sein, die Grundfertigkeiten zu lehren, zu denen u. a. Lesen, Schreiben, freie Rede, logisches und vor allem auch lebendiges Denken sowie der Sinn für das Wahre, Schöne und Gute gehören. Das scheint nicht selbstverständlich zu sein, denn neueste Statistiken offenbaren, dass 6,2 Millionen der deutschen Bevölkerung nicht des Schreibens und Lesens mächtig sind. Durch unsere Bildung sollten uns ebenso Offenheit und geistige Flexibilität vermittelt werden, die uns in die Lage versetzen, immer wieder neu entscheiden zu können, ob unsere Glaubenssätze noch zutreffend sind. Die Bereitschaft dafür, sie ggf. auch wieder zu ändern ist Voraussetzung für ein vorurteilsfreies oder zumindest vorurteilsarmes Leben. Unser Wahrheitsgefühl sollte ausgebildet und gefördert werden, damit wir uns als standhaft gegenüber allen Manipulationsversuchen erweisen lernen. Naturgemäß haben unsere staatlichen Organisationen wenig Interesse an diesem Konzept, denn Bürger, die diese Schule durchlaufen würden, wären kritisch und sicher nicht leicht zu lenken.

Auch sollten wir unseren Kindern ein Grundverständnis dafür vermitteln, was es bedeutet, ein Mensch zu sein und wie wir als Menschen in diesen Kosmos eingebunden sind. Nicht Religionsunterricht im herkömmlichen Sinne bringt uns weiter, kein Ethikunterricht, der uns einseitig nahe legt, dass es ein Gebot der Nächstenliebe sei, einen Organspende-Ausweis bei sich zu tragen und die allgemeine Volksgesundheit durch Impfpflicht zu unterstützen. Dies sind nicht mehr und nicht weniger als an der Materie ausgerichtete Meinungen, die im Unterricht zur Diskussion gestellt werden können, jedoch niemals zur allein gültigen Wahrheit erhoben werden dürfen.

In allen Schulfächern müsste neben den äußerlich sichtbaren Ereignissen auch ein Gefühl dafür vermittelt werden, wodurch diese Dinge bewirkt werden und schließlich in die Sichtbarkeit gelangen. Nehmen wir zum Beispiel den Geschichtsunterricht: Es langweilt unsere Kinder unendlich, geschichtliche Ereignisse aus ferner Vergangenheit auswendig zu lernen, denn sie haben keinerlei Bezug zum Denken und Fühlen der Menschen aus früheren Zeitaltern und Kulturen, ja sie wissen nichts davon, wie verschieden das Bewusstsein der damaligen Menschen von unserem heutigen war. Viel spannender wäre es doch, ihnen aus der Darlegung geistiger Strömungen heraus ein Verständnis für frühere Entwicklungsprozesse und in Folge davon auch Weltereignisse zu ermöglichen. Dabei kommt es weniger auf genaue Jahreszahlen an als auf die größeren Zusammenhänge. Kennen wir diese, können wir automatisch auch die daraus resultierenden Ereignisse zeitlich einordnen, zumindest ungefähr. Verständnis dafür, dass Leben, auch was die großen Abläufe in der Geschichte der Menschheit betrifft, etwas mit Wachstum zu tun hat, dass es nicht linear sondern zyklisch verläuft, all dies fehlt in unserem heutigen Unterricht. Und das schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten. Gut kann ich mich an meine eigene Schulzeit zurück erinnern, in der ich immer wieder redlich versucht habe, mir das Schulbuchwissen anzueignen, und dabei vergeblich nach einem höheren Sinn fahndete. Ein kleiner Blitz der Erkenntnis zuckte immer dann in mir auf, wenn es mir gelang, Zusammenhänge zu erkennen, meist indem ich versuchte, Verbindungen zwischen dem Unterrichtsstoff verschiedener Fächer herzustellen. Sollten wir unseren Kindern dieses Glücksgefühl nicht öfter ermöglichen?

Das vermittelte Wissen sollte also weniger ins Detail gehen, sondern vielmehr ein Gerüst bilden können, so dass wir neue, später erlangte Erkenntnisse darin einordnen können. Es darf nicht starr sein, sondern lebendig und muss uns erlauben, bei Bedarf bereits erworbene Glaubenssätze auch wieder zu revidieren. Es sollte die Freude daran geweckt werden, selbst zu lebenslangen Forschern werden zu wollen, ein jeder auf dem Gebiet, das ihn am meisten interessiert. So werden wir zu aktiven Mitschöpfern unserer Welt statt zu Insassen von Schule, späterem Arbeitsleben und all den anderen gesellschaftlichen Strukturen, die uns so sehr im Alltagsleben gefangen halten.

All dies ist keine Utopie, denn es gibt sie schon diese Schulen, die hier beschrieben sind, zumindest sollte es sie geben. In diesem Jahr feiern die sogenannten Waldorfschulen 100jähriges Bestehen. Am 7. September 1919 eröffnete Rudolf Steiner zusammen mit  Emil Moll, dem Besitzer der damaligen Zigarettenfabrik Waldorf Astoria erstmals eine solche Einrichtung für die Kinder der dort beschäftigten Arbeiter in Stuttgart. Steiner selbst definierte das Ziel seiner Pädagogik folgendermaßen:

Die Waldorfschul-Pädagogik ist überhaupt kein pädagogisches System, sondern eine Kunst, um dasjenige, was da ist im Menschen, aufzuwecken. Im Grunde genommen will die Waldorfschul-Pädagogik gar nicht erziehen, sondern aufwecken. Denn heute handelt es sich um das Aufwecken. Erst müssen die Lehrer aufgeweckt werden, dann müssen die Lehrer wieder die Kinder und jungen Menschen aufwecken.“ (GA 217, S. 236)

Inzwischen existieren weltweit über 1.000 solcher Waldorfschulen. Die 245 deutschen Einrichtungen befinden sich in sogenannter freier Trägerschaft und gelten als staatlich anerkannte Ersatzschulen. Sicher haben sie im Laufe der Zeit viele Lehrer und Schüler aufwecken können. Die Frage ist, ob sie sich den Geist, in dem sie Rudolf Steiner ins Leben gerufen hat, bis heute erhalten konnten? Es gibt zahlreiche Berichte von Waldorfschullehrern der „alten Schule“, die von nicht vorhandener oder falsch verstandener anthroposophischer Ausbildung nachrückender Lehrerinnen und Lehrer zeugen. Man kann den Eindruck gewinnen, dass die Ziele staatlicher und weltweiter Obrigkeiten auch vor diesen Schulen nicht Halt machen und mehr oder weniger schleichend den Bildungsbetrieb dieser Einrichtungen zu erobern suchen.

Dankenswerterweise gibt es auch heute Initiativen, die sich für die freie Entfaltungsmöglichkeit unserer Kinder einsetzen und die die Individualität des heranwachsenden Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen. Eine  davon könnt ihr unter https://akademie-zukunft-mensch.com/childrens-voice/ finden.

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