Es gibt zwei Wege das Leben zu leben: Alles selbstverständlich zu nehmen, oder die ganze Welt als Wunder zu betrachten.
Ich glaube an Letzteres.

 

– Albert Einstein

„Der Mensch ist dem Weltlauf gegenüber nicht ein müßiger Zuschauer, der innerhalb seines Geistes das bildlich wiederholt, was sich ohne sein Zutun im Kosmos vollzieht, sondern der tätige Mitschöpfer des Weltprozesses; und das Erkennen ist das vollendetste Glied im Organismus des Universums.“

– Rudolf Steiner

„So etwas wie Dunkelheit gibt es nicht.
Es gibt nur die Abwesenheit von Licht“

– Vicky Wall

Freitags-Gedanken am 11. Oktober: Der Hüter der Schwelle und die drei Tiere

Nach den Erkenntnissen Rudolf Steiners verfügten in früheren Zeiten alle Menschen über die Fähigkeit zum Hellsehen. Sie lebten vollkommen selbstverständlich im Bewusstsein der Geistigen Welt und ihrer Wesenheiten. Es bedurfte keiner Religionen, an die sie glauben sollten, denn sie erlebten die Geistige Welt ja selbst und allgegenwärtig. Diese Art des Hellsehens war jedoch verbunden mit einem dämmerhaften Bewusstseinszustand, einer Art Traumbewusstsein. Nach und nach ging diese Form des unmittelbaren Zusammenlebens mit „den Göttern“ verloren und nur noch einzelne Eingeweihte oder Schamanen – je nach Kultur – konnten den Blick in die geistige Welt bewahren oder durch das bewusste Sich-Hineinversetzen in bestimmte Bewusstseinszustände willentlich herbeiführen.

Spätestens in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten ist der westliche Mensch aus diesem Hellsehen gänzlich hinausgewachsen. Während seiner Fortentwicklung nahm das wache Tagesbewusstsein eine immer dominantere Stellung ein. Religionen erhielten die Erinnerung daran aufrecht, dass es eine Geistige Welt gibt. Doch die Menschen erlebten sie nicht mehr, sie mussten glauben, was ihnen die Kirchen und ihre Vertreter davon erzählten. Doch der moderne Mensch möchte wissen, statt glauben und so wundert es nicht, dass die Religionen immer mehr in den Hintergrund traten, zumindest in der westlichen Welt. An ihre Stelle trat die Erforschung des sinnlich Erlebbaren, der Natur bzw. Materie durch die modernen Naturwissenschaften. Wissen statt Glauben lautete nun die Devise.

Die angedeutete Entwicklung bis zu diesem Zeitpunkt ist gut und richtig und befindet sich vollkommen im Einklang mit dem Weltenplan und der vorgesehenen Evolution des Menschen. Doch der Mensch soll ein freies Wesen werden und so ist die Erfüllung des Weltenplans in der Zukunft nur eine Option. Eine andere, auf die wir jedoch an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchten, wäre, dass die Menschheit vollkommen in der Materie versinkt, sich dem Transhumanismus mit allen seine technischen Möglichkeiten hingibt und sich damit endgültig von allem Geistigen abwendet. Diejenigen, die sich diesem Szenario anschließen, begeben sich vollständig in die Hände Ahrimans, dem großen Gegenspieler und Leugner allen Geistes.

Dagegen beinhaltet die zuerst genannte Option unseres weiteren Weges durch die Erdentwicklung, dass wir heute auf der Grundlage unseres klaren Wach- bzw. Tagesbewusstseins eine völlig neue Art der Hellsichtigkeit entwickeln, die es bisher auf dieser Erde noch nicht gegeben hat. Vermutlich erwerben nur wenige diese neue Gabe bereits in der jetzigen Inkarnation, doch können wir durchaus schon heute ganz bewusst mit den Vorbereitungen für den Erwerb dieser Fähigkeit beginnen, vorausgesetzt natürlich, dass wir uns für diesen Entwicklungsweg entscheiden wollen.

Im Rahmen der modernen Esoterik werden viele Methoden angeboten, die uns einen schnellen Erfolg versprechen. Sie wollen uns mit Hilfe von Luzifer dazu verführen, unvorbereitet in die Geistige Welt Einlass zu erbitten. Das ist ein gefährlicher Weg, denn wir könnten uns ohne entsprechende Schulung im Dschungel der außer- und übersinnlichen Kräfte verlieren. Wie auf der Erde gibt es auch in der Sphäre der Geisteswelt nicht nur wohlwollende Wesen, die es gut mit uns meinen. Deshalb ist es ratsam, einen geregelten Schulungsweg zu beschreiten, der vielleicht langsamer, dafür aber auf solider Grundlage zum ersehnten Ziel führt. Wenn wir ihn befolgen, bekommen wir es zunächst einmal mit dem Hüter der Schwelle zu tun, der uns erst dann ins Geistige schauen lässt, wenn wir die nötigen Vorbereitungen dazu getroffen haben. Ein Meilenstein dazu ist selbstverständlich die wahrhaftig angestrebte Selbsterkenntnis, die eine unbedingte Voraussetzung für alle Welterkenntnis darstellt. Selbsterkenntnis vollzieht sich im Allgemeinen in einem langen, oft lebenslangen Prozess. Immer wieder werden wir mit Krisensituationen konfrontiert, die diesen Prozess beschleunigen können. Schlüsselerlebnisse, egal ob positive oder negative lassen uns unseren bisherigen Weg überdenken und möglicherweise korrigieren.

Unterstützen kann uns dabei das Farb-Pflege System von Aura-Soma®. Die Farben, die wir wählen, sagen etwas über uns und unseren jeweiligen Standpunkt im Leben aus. Zusammen mit den in den Ölen enthaltenen Informationen der Pflanzen- und Mineralwesen helfen sie uns, das, was im Unbewussten in uns schlummert, ins Bewusstsein zu heben. Vicky Wall, die diese Lichtwesen (Aura=Licht, Soma=Wesen) mit Hilfe der Geistigen Welt auf die Erde geholt hat, drückte es so aus:

Du bist die Farben, die du wählst und diese reflektieren die Bedürfnisse deines inneren Wesens.

Die Anwendung der Körperöle kann beschleunigte und nicht immer sanft verlaufende Erkenntnisprozesse in uns auslösen. Doch dieser Weg kann nicht mehr und nicht weniger als eine Unterstützung sein und enthebt uns keinesfalls der oft so anstrengenden Arbeit an uns selbst.

Rudolf Steiner machte drei Wesen in uns ausfindig, die die drei in uns wirkenden Kräfte Denken, Fühlen und Wollen daran hindern können, sich zum Geistigen hin auszurichten. Es sind die drei Widersacherwesen  Zweifel, Hass und Angst, die mit den genannten, uns innewohnenden Kräften korrespondieren. Anschaulich beschreibt der durch Rudolf Steiner sprechende Hüter der Schwelle diese Hemmnisse als ziemlich unsympathische Tiere:

Doch du musst den Abgrund achten,
Sonst verschlingen seine Tiere
Dich, wenn Du an mir vorübereilt’st.
Sie hat deine Weltenzeit in dir
Als Erkenntnisfeinde hingestellt.

Schau das erste Tier, den Rücken krumm,
Knochenhaft das Haupt, von dürrem Leib,
Ganz von stumpfem Blau ist seine Haut;
Deine Furcht vor Geistes-Schöpfer-Sein
Schuf das Ungetüm in deinem Willen;
Dein Erkenntnismut nur überwindet es.

Schau das Zweite Tier, es zeigt die Zähne
Im verzerrten Angesicht, es lügt im Spotten,
Gelb mit grauem Einschlag ist sein Leib;
Dein Hass auf Geistes-Offenbarung
Schuf den Schwächling dir im Fühlen;
Dein Erkenntnisfeuer muss ihn zähmen.

Schau das dritte Tier mit gespalt‘nem Maul,
glasig ist sein Auge, schlaff die Haltung
Schmutzigrot erscheint dir die Gestalt;
Dein Zweifel an Geistes-Licht-Gewalt
Schuf dir dies Gespenst in deinem Denken;
Dem Erkenntnisschaffen muss es weichen.

Erst wenn die drei von dir besiegt,
Werden Flügel deiner Seele wachsen,
Um den Abgrund zu übersetzen,
Der dich trennet vom Erkenntnisfelde,
Dem sich deine Herzenssehnsucht
Heilerstrebend weihen möchte.

In der zweiten Strophe wird das erste Tier, die Angst vor allem Geistigen, charakterisiert, die sich in den Willen einschleicht. Ihr sollen wir mit Erkenntnismut entgegen treten. Das zweite Tier, der Hass auf das Geistige hemmt unsere Seele, unser Fühlen. Hier hilft als Gegenmittel das Erkenntnisfeuer und schließlich hindert uns das dritte Tier, der Zweifel an der Gewalt des Geisteslichtes, daran, unser Denken dem Geistigen gegenüber zu öffnen. Nur das Erkenntnisschaffen vermag uns über den Abgrund zu tragen. Erst wenn wir diese Widersacherkräfte in uns gemeistert haben, kann uns also die Überwindung des Abgrunds zwischen physischer und geistiger Welt in angemessener Art und Weise gelingen. Dann kann uns der Hüter der Schwelle die Gnade erweisen, uns hinüber zu lassen.

Die Kehrseite der Freiheit ist also, dass wir uns nicht wie in früheren Zeiten bequem und ganz ohne Eigenanstrengung auf die Geistigen Wesen verlassen können. Heute sind wir selbst in der Verantwortung, die positiven Kräfte in uns, die als Erkenntnismut, Erkenntnisfeuer und Erkenntnisschaffen beschrieben werden, zu aktivieren. Nur so kann die erwachsen werdende Menschheit zu einer ganzheitlichen Selbst- und Welterkenntnis gelangen.

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