Es gibt zwei Wege das Leben zu leben: Alles selbstverständlich zu nehmen, oder die ganze Welt als Wunder zu betrachten.
Ich glaube an Letzteres.

 

– Albert Einstein

„Der Mensch ist dem Weltlauf gegenüber nicht ein müßiger Zuschauer, der innerhalb seines Geistes das bildlich wiederholt, was sich ohne sein Zutun im Kosmos vollzieht, sondern der tätige Mitschöpfer des Weltprozesses; und das Erkennen ist das vollendetste Glied im Organismus des Universums.“

– Rudolf Steiner

„So etwas wie Dunkelheit gibt es nicht.
Es gibt nur die Abwesenheit von Licht“

– Vicky Wall

Freitags-Gedanken am 30. August: Das Mysterium des Herzens

Das ganze Universum ist im Körper enthalten, der ganze Körper im Herzen. So ist das Herz der Kern des ganzen Universums.
(Ramana Maharshi) 

Unser Körper ist ein dreigegliederter Organismus. Im unteren Teil verorten wir das Verdauungs- und Gliedmaßensystem, im oberen das Nerven- und Sinnessystem, in der Mitte schließlich finden wir das rhythmische System des Menschen mit Atmung, Blutkreislauf und natürlich … mit dem Herzen. Gemeinhin wird angenommen, dass das Herz als Pumpe fungiere, die das Blut in rhythmische Bewegung versetzt, doch es gibt nicht wenige Hinweise darauf, dass es sich gerade umgekehrt verhält, dass der Blutkreislauf also das Herz in Bewegung versetzt. Diese Auffassung wurde erstmals von Rudolf Steiner geäußert, der sie aus seiner anthroposophischen Erkenntnis und Schau heraus gewann. Neuere Forschungsergebnisse der Naturwissenschaft kommen zum gleichen Ergebnis. So bestätigt es Prof. Branko Furst in seinem Buch The Heart and Circulation, über das in der Fachzeitschrift Pharmacy & Therapie die folgende Beschreibung zu finden ist:

Zusammenfassend wurde versucht, den aktuellen Status des Druck-Antriebs-Modell der Zirkulation darzustellen und eine Reihe von Unstimmigkeiten hervorzuheben, die entweder wegerklärt oder zugeschnitten wurden, um zu dem traditionellen Modell zu passen. Nach dem mechanistischen (kardiozentrischen) Modell gilt das Blut als inerte Flüssigkeit, die entlang der Gefäße durch den vom Herz erzeugten Druckgradienten getrieben wird. Experimentelle und phänomenologische Beweise, die in dieser Monographie vorgestellt werden, legen das genaue Gegenteil nahe, nämlich, dass das Blut ein „flüssiges Organ“ mit einer charakteristischen inhärenten Selbstbewegung ist. Konzeptionell ist die autonome Bewegung des Blutes nicht anders als die autonome Kontraktion des Herzens, der enterohepatischen Kreislauf der Gallensalzen, oder die Zirkulation der Cerebrospinalflüssigkeit.
… die ontogenetische Herkunft und Morphologie des kardiovaskulären Systems zeigt an, dass es als ein Organ aufgefasst werden kann, dessen Funktion in der rhythmischen Vermittlung zwischen den Polen des Nerven-Sinnes-System und des Stoffwechsel-Systems  des Organismus besteht. Seine mobile Komponente, das Blut, erfüllt diese Funktion.

Der letzte Satz weist uns auf die Mittlerfunktion unseres Herzens hin. Das Organ liegt in der Mitte unseres Körpers und verbindet die drei Funktionskreise unseres Organismus miteinander. Das energetische Herz, das Herzchakra, liegt zudem als viertes von sieben Chakras ebenfalls in der Mitte. Hier hat es die Funktion eines Sinnesorgans, durch das zunächst das Kleinhirn mit Informationen über die Vorgänge im übrigen Körper versorgt wird. Das zentrale Chakra wird mit dem zwölfblättrigen Lotus gleichgesetzt. Wenn wir alle zwölf Blütenblätter zur Entfaltung bringen, so heißt es, sind wir auf einer hohen Bewusstseinsstufe angelangt, die wir als Herzdenken bezeichnen können. Unser Denken ist dann nicht mehr kalt und intellektuell, wie wir es von unserem heutigen Hirn gebundenen Alltagsdenken gewöhnt sind, sondern lebendig, beseelt und durchgeistigt. Die neuronalen Strukturen unseres Herzens, die denjenigen des Gehirns sehr ähneln, bieten die physiologischen Voraussetzungen für diesen Entwicklungsprozess. Rudolf Steiner wies bereits vor 100 Jahren darauf hin, dass sich das Herz zu einem Erkenntnisorgan entwickeln wird:

In der Zukunft wird der Mensch in einem viel intimeren Zusammenhange mit der Weltgesetzlichkeit stehen als gegenwärtig. Und der Geheimschüler nimmt diese Intimität in der Entwickelung voraus. Der Kopf mit dem Gehirn ist nur ein Übergangsorgan der Erkenntnis. Das Organ, welches die eigentlich tiefen und zugleich machtvollen Blicke in die Welt tun wird, hat seine Anlage in dem gegenwärtigen Herzen. Aber wohlgemerkt: die Anlage zu diesem Organ ist im heutigen Herzen: um Erkenntnisorgan zu werden, muß sich das Herz noch in der mannigfaltigsten Weise umbilden. Aber dieses Herz ist der Quell und Born zur Menschheitsstufe der Zukunft. Die Erkenntnis wird dann, wenn das Herz ihr Organ sein wird, warm und innig sein, wie heute nur die Gefühle der Liebe und des Mitleids sind. Aber diese Gefühle werden aus der Dumpfheit und Dunkelheit, in der sie heute nur tasten, sich zu der Helligkeit und Klarheit hindurchringen, welche heute erst die feinsten, logischen Begriffe des Kopfes haben.“ (GA 267)

Wie das HearthMath Institut in den USA feststellte, hat unser Herz schon heute ein Magnetfeld, das dasjenige des Gehirns um das 500 bis 5000fache übertrifft. Messbar ist dieses Magnetfeld noch mehrere Meter außerhalb unseres Körpers. In dem Maße, in dem das Magnetfeld der Erde abnimmt, nimmt sein Pendant in unserem Inneren offenbar zu. Kosmonauten, die im Weltall gänzlich ohne irdisches Magnetfeld auskommen müssen, beschleunigen diese Entwicklung inzwischen durch spirituelle Übungen, die ihr Ich-Bewusstsein stärken und ihnen helfen, in ihrer Mitte zu bleiben. So kann die gefürchtete Weltraumkrankheit weitgehend vermieden werden.

Und nun zum Großartigsten überhaupt, was es im Zusammenhang mit der Zentralsonne unseres Mikrokosmos, unserem Herzen, zu erkennen gibt und was die meisten von uns bisher allenfalls erahnen können:

In dem Tempel des menschlichen Leibes befindet sich ein Heiligstes vom Heiligen. Viele Menschen leben in dem Tempel, ohne etwas davon zu wissen. Aber die, welche es ahnen, erhalten dadurch die Kraft, sich so zu läutern, daß sie in dieses Heiligste hineingehen dürfen. Da befindet sich das heilige Gefäß, welches durch Zeitepochen hindurch vorbereitet wurde, auf daß, wenn die Zeit käme, es fähig sein könne, das Christus-Blut, das Christus-Leben in sich zu enthalten. Wenn der Mensch hineingegangen ist, so hat er auch den Weg gefunden zu dem Allerheiligsten in dem großen Erdentempel. Auch da leben viele auf der Erde, ohne davon zu wissen; aber wenn der Mensch in seinem innersten Heiligtum sich gefunden hat, so wird er auch da hineintreten dürfen und finden den Heiligen Gral. Wie aus wunderbar glitzernden Kristallen geschliffen, welche Symbole und Buchstaben formen, wird sich ihm das Gefäß zunächst zeigen, bis er allmählich den heiligen Inhalt empfindet, so daß er für ihn leuchtet im goldenen Glanze. In die Mysterienstätte seines eigenen Herzens steigt ein Mensch hinein, dann geht ein göttliches Wesen aus dieser Stätte hervor und verbindet sich mit dem Gott draußen, mit dem Christus-Wesen. Es lebt in dem geistigen Lichte, welches hineinstrahlt in das Gefäß und dieses dadurch heiligt.“ (Rudolf Steiner, GA 265)

Das Mysterium des Heiligen Grals ist tausendfach in Geschichten behandelt worden. Rudolf Steiner verbindet es nun mit unserem Herzen.

Für mich steht es in untrennbarer Verbindung mit jener fünften Herzkammer, die der deutsch-iranische Mediziner Dr. Otoman Zar Aducht Hanish zu Beginn der 1920iger Jahre entdeckt hat. Dieses göttliche Atom, wie Hanish es nannte, befindet sich auf der Rückseite des Herzens nahe der Wirbelsäule. Sein Durchmesser beträgt ganze 4 mm und es beinhaltet ein Vakuum, einen Nullpunkt, der zugleich Nichts und Alles ist. Hanish fotografierte den Inhalt der Vakuumzelle und vergrößerte sein Foto ins Unermessliche. Zu sehen war das Abbild eines geschlechts- und alterslosen Menschen, der sich in der heiligen Form eines Dodekaeders befindet. Ist es jenes göttliche Wesen, von dem Steiner in der zitierten Textstelle spricht? Jenes Wesen, das in uns angelegt zu sein scheint, um sich mit dem Christus-Wesen zu vereinigen, wenn die Zeit dafür reif ist? Die Blaupause von einer perfekten Version unseres Selbst?

Und noch etwas: Könnte es sein, dass die fünfte Herzkammer zugleich der Punkt ist, von dem die Umstülpung des Menschen nach seinem physischen Tod ausgeht? Das Innerste wird nach außen gekehrt und das Äußere nach innen, gleich einem umgekrempelten Handschuh. Während unsere physische Hülle auf der Erde zurückbleibt, stülpt sich im Moment des Todes unser Mikrokosmos nach außen, um sich in den Makrokosmos zu ergießen. Jener kleine Punkt auf der Rückseite unseres Herzens wird von den Medizinern als Hot Spot bezeichnet und darf während einer Herz-Operation nicht berührt werden, da dies den sofortigen Eintritt des Todes bedeuten würde. Die Temperatur im Innern des Hot Spot beträgt 100 Grad Celsius, was wir im Inneren des menschlichen Organismus sicher niemals vermuten würden, ein Hinweis darauf, dass es sich bei unserem Herzen um ein Wärmeorgan handelt und, so scheint es, um den Wohnsitz unseres I.Ch, des Jesus Christus in uns.

Strahlender als die Sonne
Reiner als der Schnee
Feiner als der Äther
Ist dies Selbst
Der Geist inmitten meines Herzens
Dies Selbst bin Ich
Ich bin dies Selbst

(Rudolf Steiner)

3 Kommentare zu “Freitags-Gedanken am 30. August: Das Mysterium des Herzens

  1. Liebe Ursula,
    ein toller Beitrag! Mit allen Facetten und aus jedem Blickwinkel beleuchtet! Ja, das Blut wird als Organ bezeichnet und wie man anhand deiner Erklärung erkennen kann, nicht umsonst der Saft des Lebens bezeichnet. Es ist nicht nur physisch ein Wunderwerk der Natur, auch aus geistiger Sicht ein Zusammenspiel derkosmischen Harmonien! Das ist Leben! Die 5. Herzkammer brachte ich beim lesen auch sofort mit dem Gral in Verbindung. Was wir in unserem irdischen Leben erfahren dürfen ist einzigartig und solltem dem mit großer Freude begegnen!

    Ich wünsche einen schönen Tag heute,
    alles Liebe,
    Maria

    1. Liebe Maria,
      aus deinen Worten wird deutlich, dass du diese Dinge mit einer ebenso großen Ehrfurcht und Dankbarkeit betrachtest wie ich es tue. Es ist schön zu wissen, dass es da jemand Gleichgesinntes gibt. Und wir beide sind auch hoffentlich nicht die einzigen, die es so sehen 😉
      alles Liebe
      Ursula

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