Es gibt zwei Wege das Leben zu leben: Alles selbstverständlich zu nehmen, oder die ganze Welt als Wunder zu betrachten.
Ich glaube an Letzteres.

 

– Albert Einstein

„Der Mensch ist dem Weltlauf gegenüber nicht ein müßiger Zuschauer, der innerhalb seines Geistes das bildlich wiederholt, was sich ohne sein Zutun im Kosmos vollzieht, sondern der tätige Mitschöpfer des Weltprozesses; und das Erkennen ist das vollendetste Glied im Organismus des Universums.“

– Rudolf Steiner

„So etwas wie Dunkelheit gibt es nicht.
Es gibt nur die Abwesenheit von Licht“

– Vicky Wall

Freitags-Gedanken am 16. August: Gedanken über das Glück

In unserem normalen Sprachgebrauch unterscheiden wir Glück haben und glücklich sein. Mit ersterem bewerten wir ein Ereignis, während das letztere einen Seelenzustand beschreibt.

Nicht immer ist es etwas Besonderes, was wir mit Glück haben bezeichnen. Wir beziehen diese Redewendung auch auf gewöhnliche Alltagssituationen, zum Beispiel wenn wir den Bus gerade noch erwischt haben oder kurz vor einem heftigen Regenschauer noch im Trockenen zu Hause angekommen sind, kleine alltägliche Ereignisse, die für eine kurze Zeit ein Gefühl der Freude in uns hervorrufen können. Meist ohne länger darüber nachzudenken, gehen wir danach schnell wieder zur Tagesordnung über.

Doch manchmal geht es auch um etwas Größeres, etwas, das unser Leben nachhaltig in eine bestimmte Richtung lenkt, das Weichen stellen kann für unsere Zukunft und unsere weitere Entwicklung.  Ob es sich nun um den gewünschten Studienplatz, den begehrten Job, die berufliche Beförderung oder den neuen Lebenspartner handelt, wir reden immer dann von „Glück haben“, wenn uns das jeweilige Ereignis gelegen kommt, wenn es unseren Plänen zu entsprechen und unser Leben in eine positive Richtung zu bewegen scheint. Wenn der gewünschte Erfolg eintritt, freuen wir uns, sind begeistert und schmieden detaillierte Zukunftspläne.

Wenn wir das, was wir uns vorgenommen haben, dagegen nicht erreichen, sind wir enttäuscht, empfinden je nach Veranlagung Wut, Trauer, Resignation oder ein Gefühl des Zurückgestoßen- und Abgewiesen-Worden-Seins, negative Empfindungen, die an unserem Selbstwertgefühl  nagen können. Erst später fragen wir uns nach den Ursachen für die Niederlage und meist erst im zweiten Schritt, wofür sie wohl gut sein mag, was wir daraus lernen können und wovor sie uns möglicherweise sogar bewahrt haben mag.

Nicht immer entsprechen unsere vermeintlichen Wünsche unserem Lebensplan, denn an dessen Erstellung haben wir zwar selbst einst mitgewirkt, ihn jedoch später nach unserer physischen Geburt in die Welt hinein wieder vergessen. So konnten die Konditionierungen und Erwartungen unseres Erdendaseins Besitz von uns ergreifen und wir meinten, dass sie die unsrigen seien. Doch manchmal haben wir noch eine Ahnung, eine dumpfe Erinnerung an unser Leben in jener anderen Welt, in der wir uns zwischen dem vergangenen Tod und unserer letzten Geburt bewegt haben. Tief in unserem Inneren spüren wir dann, dass an dem, was wir vordergründig für unser Glück halten, etwas nicht stimmig ist und so arbeiten wir auf unbewusster Ebene an der Erfüllung unseres Lebensplans und damit gleichzeitig gegen unseren vermeintlichen Erfolg. Neben uns selbst haben auch noch andere Wesen an unserem Karma und unserem Plan für dieses Erdenleben mitgewirkt. Wenn diese hohen Wesenheiten wahrnehmen, dass wir uns allzu weit von unserem Lebensplan entfernen, helfen sie mitunter etwas nach und schubsen uns wieder in die richtige Richtung.

Das Ziel ist also nicht in erster Linie, möglichst viel Glück zu haben, sondern gerade auch aus dem Unglück zu lernen und daran zu wachsen. Wir schaffen uns unsere Herausforderungen, unser Glück und unser Unglück also selbst, und zwar in dem Maße, wie sie uns dienlich für unsere Weiterentwicklung sind.

Glücklich-Sein dagegen ist unabhängig vom äußeren Geschehen. Um dieses tiefe Gefühl von Harmonie im Innern empfinden zu können, muss nicht unbedingt ein besonders positiver Umstand in der physischen Welt eingetreten sein. Es reicht, wenn wir mit uns selbst im Einklang und uns in Harmonie mit dem Kosmos befinden. Im Unterschied zur Freude, bei der unser Herz regelrechte Hüpfer machen kann, erleben wir diese tiefe Empfindung der Glückseligkeit wie einen ruhigen, weiten Ozean in unserem Inneren. Es ist wie ein Erkennen unseres Selbst und gleichzeitig des gesamten Universums, grenzenlose Verbundenheit beseelt uns. In diesem Moment strömt die Weisheit in unsere Seele Du bist alles und alles ist in dir.

Wir können diesen Zustand der Glückseligkeit leicht erleben, wenn wir in der Natur weilen, im Wald, vor einem Bergpanorama, an einem See oder am Strand. Wir können ihn auch erleben, wenn wir ein fröhliches Kinderstimmchen hören, beobachten, wie zwei Menschen sich liebevoll umarmen oder wie ein Vater mit seinen Kindern Fußball spielt, Klänge schöner Musik, die Betrachtung eines Kunstwerks – all das wirkt förderlich auf eine solche Erfahrung von Glück und doch bedarf es dieser Sinneseindrücke nicht.  Vielmehr kommt es darauf an, dass wir diese Fähigkeit zum Erleben von Glückseligkeit aus uns selbst heraus entwickeln lernen, auch ohne Input von außen. Und wie großartig kann es sein, auch im Kleinen, ganz Alltäglichen das Wunderbare zu entdecken! Diese Fähigkeit ist eng mit dem Zugang zur Göttlichen Liebe und –  nach dem Aura-Soma- Farbverständnis – mit der Farbe Magenta verknüpft. Magenta steht für unseren Seelenstern, das achte Chakra oberhalb unseres Scheitels, der unser höheres Selbst und unsere Verbundenheit mit dem Göttlichen repräsentiert.

Wie schön wäre es, wenn wir dieses Verbundenheitsgefühl nicht nur ab und zu einmal für kurze Zeit erleben dürften, sondern dauerhaft in uns zum Erblühen bringen könnten! Dann würde es uns durch unser gesamtes Leben leiten, alle unsere Gedanken, Gefühle und Taten liebevoll durchdringen. Zugegeben, ein hoher Anspruch, dem heute allenfalls einige wenige Meister genügen! Doch wir sollten uns nicht entmutigen lassen und uns bewusst immer wieder und wieder in einen Zustand von Gleichmut hineinversetzen. Damit vermeiden wir die gefühlsmäßgen Ausnahmezustände von „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“ und arbeiten gleichzeitig an unserem Schulungsweg, dessen siebente und damit höchste Stufe als „Gottseligkeit“ bezeichnet wird. Üben können wir das ganz besonders an den Herausforderungen unseres Alltagslebens, z. B. mit Hilfe der dritten Nebenübung von Rudolf Steiner, die er Gelassenheitsübung genannt hat.

Bei der dritten Nebenübung, dem Ausgleich zwischen Freud und Leid, sollen wir uns ganz hineinfinden und hineinfügen in alles Geschehen. Dann wird sich allmählich unser Ätherleib ausdehnen bis in die Himmelsweiten hinein. Wir werden uns dann nicht mehr in unserem Körper drinnen fühlen und die ganze Welt um uns herum, sondern wir fühlen unseren Körper in den ganzen Umkreis ausgebreitet; ausgeweitet und hineinergossen fühlen wir uns in die geistigen Welten. Man erfühlt, man «erweiß» sich in der geistigen Welt. (Rudolf Steiner, GA 266c)

Ich wünsche uns allen viel Freude beim Üben 🙂

 

 

5 Kommentare zu “Freitags-Gedanken am 16. August: Gedanken über das Glück

  1. Liebe Ursula,
    du beschreibst so schön, dass das Glück im Sinne von Glückseligkeit ein Gefühl der Verbundenheit mit allem Lebendigen ist und somit von der inneren Einstellung abhängig ist. Ich möchte noch hinzufügen: Derjenige, der für die schönen und ihm gelungenen Dinge dankbar ist und der Liebe empfindet und erfährt, der kann auch wahres Glück erfahren.
    Liebe Grüße M…

    1. Das ist eine sehr schöne Ergänzung, liebe Marlies! Dankbarkeit für das, was wir erreicht haben und für das, was uns im Leben an Posiivem begegnet, ist tatsächlich Voraussetzung für das Empfinden von Glückseligkeit.
      Liebe Grüße
      Ursula

  2. Prima, ich dachte schon meine Ansicht sei zu ideell, zu philosophisch! Dann hat es sich ja wieder sehr gut ergänzt. Der Weg der persönlichen Läuterung steht vorne an, um zu der Erkenntnis zu gelangen was wirkliches Glück bedeutet!
    Alles Liebe,
    Maria

  3. Liebe Maria,
    vielen Dank über deine Ausführungen zum Thema Glück. Ich sehe es genauso wie du, die Tatsache, dass wir existieren, teilhaben dürfen am Leben und Sein, ist Grund genug dazu, das Glücklich-Sein zu erleben. Eben darauf wollte ich ja mit meinen Glücks-Gedanken 😉 aufmerksam machen.
    liebe Grüße
    Ursula

  4. Hallo liebe Ursula,
    Ja, ich finde das Thema „Glück“ beinhaltet ein sehr breites Spektrum an Definition und Auslegung. Das Empfinden von Glück kann mehreren Aspekten zu Grunde liegen und was für mich Glück bedeutet, bedeutet für den anderen noch lange nicht das gleiche Glück. Was schlechthin von der breiten Masse als Glück bezeichnet wird, bezeichnet ausschließlich das Glück materieller Hinsicht. Geprägt von egoistischen Eigenschaften, sind 3 richtige im GLÜCKS-SPIEL noch lange nicht der ersehnte Erfolg wie 6 richtige im SPIEL mit dem GLÜCK! Glück definiert sich meiner Meinung nach, meist über das Materielle und über das materielle Wohlbefinden jeglicher Art. Da hab ich Glück gehabt, dieser Erkrankung nicht zu erliegen….oder ich hatte Glück, nicht in diese Konfrontation zu gelangen…oder , oder, oder. Es beschreibt immer oder meist den Zustand der eigenen Unversertheit oder darüber hinaus zu erlangen , bzw. zu unterliegen. Ein Zustand, der meiner persönlichen Ansichten und Empfindungen unterliegt. Ist GLÜCK nicht schon der Zustand des „SEINS“ des „ICH BIN“ ,alleine schon Grund genug glücklich zu sein? An all dem Teil zu haben was das Leben für uns bereit hält? Das ALL-EINS? Das sind zugegeben sehr philosophische Ausführungen und es lässt noch viel mehr Aspekte der Betrachtungsweisen zu. Ich denke nur, man sollte nicht zu sehr das Glück herausfordern, wie man so schön sagt sondern den Moment genießen, in all seiner Schöpfung. Farben, Klänge, Düfte….eben das Schöne, das Wahre und das Gute! Das Geschenk und das Glück des „Seins“ und des erleben dürfen! Und zu guter Letzt ist es ja nun auch eine Frage des Karmas, das man nicht außer Acht lassen sollte.
    Ich wünsche einen guten Wochenstart, im Zeichen des sinnlichen oder besinnlichen Glücks,
    alles Liebe,
    Maria

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