Es gibt zwei Wege das Leben zu leben: Alles selbstverständlich zu nehmen, oder die ganze Welt als Wunder zu betrachten.
Ich glaube an Letzteres.

 

– Albert Einstein

„Der Mensch ist dem Weltlauf gegenüber nicht ein müßiger Zuschauer, der innerhalb seines Geistes das bildlich wiederholt, was sich ohne sein Zutun im Kosmos vollzieht, sondern der tätige Mitschöpfer des Weltprozesses; und das Erkennen ist das vollendetste Glied im Organismus des Universums.“

– Rudolf Steiner

„So etwas wie Dunkelheit gibt es nicht.
Es gibt nur die Abwesenheit von Licht“

– Vicky Wall

Freitags-Gedanken am 12. Juli: Vertrauen in unser Wahrheitsgefühl

Unser Weltbild setzt sich aus unseren Glaubenssätzen zusammen, die sich im Laufe der Zeit aus verschiedenen Quellen bilden. Auf der einen Seite aus dem, was wir selbst beobachten und auf der anderen Seite aus dem, was aus unserer Umgebung an uns herangetragen wird. Das sind ebenso die Erfahrungen unserer Bekannten und Freunde wie Medienberichte und Expertenmeinungen, die uns heute auf Schritt und Tritt begegnen. Je weniger unmittelbare Erfahrungen wir selber machen und je weniger wir in direktem Austausch mit unseren Mitmenschen stehen, umso mehr Gewicht bekommt die dritte Quelle unserer Glaubenssätze, das Weltbild, das uns von Menschen übermittelt wird, die uns persönlich unbekannt sind, die sich jedoch den Anstrich verleihen, als wüssten sie über ein bestimmtes Thema bestens Bescheid. Häufig treffen wir sie in den Medien. Ihr Auftreten wirkt meist selbstbewusst und deshalb auf viele von uns überzeugend. Oft verweisen sie auf eine bestimmte Ausbildung oder Erfahrung, die sie für ihre Aussagen qualifiziert. Das lässt sie vertrauenswürdig erscheinen.

Doch häufig stimmt, das, was sie uns auf diese Weise vermitteln, nicht überein mit unseren eigenen Erfahrungen und Glaubenssätzen. In solchen Fällen fragen wir uns vielleicht, was wir von den neuen Informationen halten und wie wir damit umgehen sollen. Wie so oft ist dies eine Gradwanderung, in diesem Fall zwischen allzu ausgeprägter Bereitschaft, sich verunsichern zu lassen und Beharrungstendenzen bzw. fehlender Offenheit.

Die fünfte der sechs sogenannten Nebenübungen von Rudolf Steiner wird die Unbefangenheitsübung genannt. Sie schult unsere Offenheit auch gegenüber zunächst unstimmig erscheinenden Ideen und Konzepten und rät uns, diese erst einmal als möglich anzunehmen statt sie von vorne herein weit von uns zu weisen. In einem zweiten Schritt können wir dann unbefangen, also ohne Vorurteile prüfen, ob wir sie wirklich als wahr annehmen können.

Dazu gehört auch, dass wir sie mit unseren Erfahrungen und unserem bisherigen Wissen abgleichen. Mit unserem ganz normalen, gesunden Menschenverstand können wir prüfen, ob die neuen Informationen plausibel und folgerichtig erscheinen. Falls es sich um ein Thema handelt, in dem wir uns nicht so gut auskennen, gibt es heute genug Möglichkeiten, um uns wenigstens ansatzweise darüber zu informieren. Und natürlich können wir uns überlegen, wer diese neuen Ideen und Konzepte ins Feld geführt, was sie bewirken und für wen es nützlich sein könnte, dass wir sie übernehmen. All das zusammengenommen sollte uns Hinweise geben, ob es angebracht sein könnte, unsere bisherigen Glaubenssätze zu revidieren oder ob wir sie erst einmal beibehalten, zumindest solange, bis wir auf weitere Informationen stoßen, die in dieselbe Richtung weisen. Einfach etwas zu glauben oder nicht, nur weil es uns sympathisch oder unsympathisch erscheint, wäre jedenfalls ein schlechter Ratgeber.

Eine andere Falle kann die öffentliche Meinung sein, die uns täglich über Medien, Umfrageergebnisse und leichtgläubige Mitmenschen erreicht. Eine Unwahrheit wird nicht wahrer, wenn sie ständig wiederholt oder von noch so vielen Menschen geglaubt wird. Framing ist das moderne Zauberwort, mit Hilfe dessen uns vermeintliche Wahrheiten eingetrichtert werden sollen. Wir können leicht merken, wenn wieder „eine neue Sau durch’s Dorf getrieben wird“. Oft taucht plötzlich wie aus dem Nichts ein neues Thema auf, dass wir überall wiederfinden. In allen Zeitungen und auf allen Kanälen wird es diskutiert, wobei es sich häufig lediglich um Scheindiskussionen handelt, denn die Richtung in die sich diese entwickeln sollen, ist vorgegeben. Unterstützt wird diese Manipulation gern durch sprachliche Mittel. Es werden neue Begriffe und Redewendungen geschaffen, eine eindeutige Bewertung gleich mit inbegriffen. Die  Medien greifen diese auf und nutzen sie intensiv, damit sie sich bei den Hörern und Lesern einprägen. Wenn wir mit offenen Sinnen durch die Welt gehen, können wir diese Art von Beeinflussungsversuchen unseres freien Denkens leicht durchschauen. Nicht selten werden Dinge auf diese Weise sogar in ihr Gegenteil verkehrt, manchmal derart grotesk, dass wir es kaum für möglich halten können.

So las ich vor einiger Zeit eine Meldung im Zusammenhang mit dem darin propagierten menschengemachten Klimawandel, über die ich eigentlich nur noch lachen konnte. Darin wurden doch tatsächlich u. a. die kanadischen Wälder für die CO2-Belastung unserer Atmosphäre verantwortlich gemacht. Im Falle von Waldbränden stießen sie Unmengen an CO2 aus, war die Begründung. Da liegt die Frage nahe, sollte man sie nicht lieber vorsorglich abholzen? Dann wären gleich auch die Flächen verfügbar, auf denen man ungehindert Fracking betreiben könnte.

Aber Zynismus bei Seite, ganz so plump kommen derartige Angriffe auf unser natürliches Empfinden nur selten daher. Dennoch begegnen uns immer wieder Meldungen, die das Gegenteil von dem auszusagen scheinen, was unsere Beobachtung, unsere Erfahrung und unser gesunder Menschenverstand uns mitteilen. Von solchen Fake-News sollten wir uns nicht verunsichern lassen, sondern getrost darauf vertrauen, was uns unser innerer Wahrheitskompass dazu anzeigt. Wie schön, dass wir diese Instanz in uns finden und im Laufe unseres Lebens immer weiter ausbilden können: unser Wahrheitsgefühl! Denn …

…Kenne ich mein Verhältnis zu mir selbst und zur Außenwelt, so heiß‘ ich’s Wahrheit. Und so kann jeder seine eigene Wahrheit haben, und es ist doch immer dieselbige. (Johann Wolfgang von Goethe)

5 Kommentare zu “Freitags-Gedanken am 12. Juli: Vertrauen in unser Wahrheitsgefühl

  1. …das stimmt wohl, Selbstreflektion und Gedankenhygiene sind ständig und täglich erforderlich!
    Ja, ich hoffe die Vernetzung wird große Früchte tragen! Es ist gerade dabei, dass etwas „Großes“ entsteht! Auch „DAS“ muß gepflegt werden! Es wäre wünschenswert…!
    Grüßle.
    Maria

  2. Hallo liebe Ursula,
    der liebe Gott hat uns nicht umsonst mit Herz und unseren 5 Sinnen zur Wahrnehmung ausgestattet aber das scheinen viele im Lauf der Mainstream-Manipulationen vergessen zu haben! Es ist wie ein Dominostein den man anstößt und alle weiteren fallen um! Ich hoffe und setze weiterhin auf das Erwachen unserer Mitmenschen und auf das „Denkvermögen“ von denen, die sich nicht beirren und für dumm verkaufen lassen, nämlich den Freigeistern, die unsere Zukunft braucht um folgenden Generationen den Weg zu ebnen und wie du so schön sagst, „die Kräfte zu bündeln und ins Umgekehrte zu wandeln“!
    Alles Liebe und einen schönen Sonntag,
    von Herzen,
    Maria

    1. Liebe Maria,
      vielen Dank für deinen Beitrag! Ja, bezogen auf das Erwachen der Gesellschaft oder gar der Menschheit müssen wir einfach zuversichtlich bleiben und weiter an den richtigen Stellen unsere Impulse setzen. Dass unsere Vernetzung jetzt anläuft, ist ja ein toller Schritt in die richtige Richtung. Und wir sollten nicht vergessen, dass auch wir nicht davor gefeit sind, in die ein oder andere Falle zu tappen. Die Arbeit an uns selbst ist und bleibt das wichtigste.
      Alles Liebe
      Ursula

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